WAS IST CRANIOSACRAL THERAPIE?

Die Craniosacral Therapie hat ihre Wurzeln in der Osteopathie, welche von Dr. Andrew Taylor Still im Jahre 1874 begründet wurde. Schon damals stand in ihrem Mittelpunkt die vollkommene Schöpfung als Ausdruck und Werk einer übergeordneten Kraft. Dr. William Garner Sutherland begründete das Konzept der cranialen Osteopathie. Er erkannte die rhythmischen Bewegungen des Craniums (Schädels) und fühlte auch die rhythmischen Bewegungen im Gehirn, den Meningen (Hirnhäuten), dem Liquor cerebrospinalis (Hirnflüssigkeiten) und im Sacrum (Kreuzbein). Dr. Harold Ives Magoun benannte den Lebensatem als treibende Kraft und machte damit die Arbeit von Sutherland allen Osteopathen seiner Zeit zugänglich. Der Bergriff Craniosacral Therapie wurde zum ersten Mal in den 1970er Jahren vom amerikanischen Osteopathen Dr. John E. Upledger verwendet. Das Wort „craniosacral“ setzt sich aus „Cranium“ (Schädel) und „Sacrum“ (Kreuzbein) zusammen. Damit war ein entscheidender Schritt zur Entwicklung der eigenständigen Methode Craniosacral Therapie in Abgrenzung zur Osteopathie und zur cranialen Osteopathie getan.

 

Forschende und Dozierende der Methode haben den Aspekt des Lebensatems aufgegriffen und die Craniosacral Therapie insgesamt weiterentwickelt. Der Fokus richtet sich auf ressourcenzentriertes, lösungsorientiertes und prozessbegleitendes Arbeiten. Geprägt von der Geschichte liegt der Craniosacral Therapie heute die Philosophie des ordnenden Prinzips des Gesunden im Menschen und des Ganzheitlichen zugrunde. Die Therapie vertraut auf die Fähigkeit des Organismus zur Selbstregulation.

Struktur und Funktion beeinflussen sich gegenseitig. Jeder Prozess auf der körperlichen, geistigen, seelischen oder sozialen Ebene wirkt gleichzeitig auf die anderen Ebenen.

 

Der Lebensatem bringt die Menschen mit ihren tiefsten Ressourcen in Kontakt. Er beinhaltet auch eine innewohnende Intelligenz, einen Bauplan, welcher die menschliche Gestalt ordnet und diese Ordnung aufrechterhält. Genesung geschieht in Zusammenarbeit mit der Therapeutin, Therapeut und Klientin, Klient in einer Interaktion, welche die Selbstheilungskräfte der Klientin, Klienten stärkt und die Selbstwahrnehmung fördert. Die Craniosacral Therapie bietet Hilfe zur Selbsthilfe, die auf einen Kompetenzgewinn der Klientin, Klienten in Bezug auf die Erhaltung ihrer, seiner Gesundheit hinwirkt. Die Haltung der Therapeutin, des Therapeuten kommt in der Craniosacral Therapie ausschlaggebende Bedeutung zu. Sie ist geprägt von Empathie, Wertschätzung und Achtung der Klientin, dem Klienten gegenüber, unabhängig ihrer, seiner lebensgeschichtlichen Prägung, der kulturellen, religiösen und sozialen Herkunft und möglichst frei von Wertung. Die Rolle der Therapeutin, des Therapeuten ist die rezeptive Begleitung und Unterstützung der stattfindenden Prozesse.

Die Craniosacral Therapie ist heute auf allen Kontinenten vertreten. Es liegt umfassende Literatur vor. Allein in der Schweiz gibt es aktuell zahlreiche Institute, welche unterschiedlich ausgestaltete Ausbildungen, Kurse und Fortbildungen anbieten.

Quelle: Craniosacral Therapie, Methodenidentifikation, Cranio Suisse Definitive Version Januar 2015